Heizung Druck zu niedrig – was tun? Wasser nachfüllen, Druckverlust, wer zahlt
Aktualisiert: 25.10.2026
Kurzantwort: Bei den meisten Gasetagenheizungen und Einfamilienhäusern sollte das Manometer im kalten Zustand etwa 1,0–2,0 bar zeigen (meist grüner Bereich, oft ca. 1,5 bar). Liegt der Zeiger darunter, fehlt Wasser im Heizkreis: Heizkörper bleiben kalt, es gluckert, und viele Thermen gehen mit einer Wassermangel-Meldung auf Störung (z. B. Vaillant „F.22“). Nachfüllen ist bei Etagenheizungen eine kleine Arbeit, die viele Bewohner selbst erledigen. Muss man jedoch öfter als ein- bis zweimal pro Heizperiode nachfüllen, verliert die Anlage Wasser oder das Ausdehnungsgefäß ist defekt – dann gehört ein Fachbetrieb dran.
Gasgeruch oder CO-Melder piept? Keine Schalter und kein Licht betätigen, kein Handy im Gebäude benutzen, Fenster öffnen, Gebäude verlassen und von draußen 112 bzw. den Entstörungsdienst der NBB (Gasnetz Berlin, 24 h): 030 7872-72 anrufen. Kein Fall für einen Vermittlungsservice.
Welcher Heizungsdruck ist richtig?
| Anlage | Richtwert (kalt) |
|---|---|
| Gasetagenheizung / Therme in der Wohnung | ca. 1,0–1,5 bar |
| Einfamilienhaus, Kessel im Keller | ca. 1,5–2,0 bar |
| Faustformel | Höhe bis zum höchsten Heizkörper in Metern × 0,1 + 0,5 bar |
| Beim Heizen | steigt um ca. 0,2–0,5 bar – das ist normal |
| Zu hoch | ab ca. 2,5 bar warm; bei 3 bar öffnet meist das Sicherheitsventil |
Orientierungswerte nach Hersteller- und Versorgerratgebern (Viessmann, Vattenfall, EWE). Maßgeblich ist die Markierung am Manometer bzw. die Anleitung Ihres Geräts.
Warum der Druck gerade im Herbst fällt
Nach der Sommerpause und vor allem nach dem Entlüften der Heizkörper ist der Druck oft niedriger: Mit der Luft entweicht Volumen, das fehlt dann im System. Einmal nachfüllen nach dem Entlüften ist deshalb normal. Auch das Heizungswasser selbst gast über Monate etwas aus.
Wasser nachfüllen – Schritt für Schritt (Etagenheizung)
- Gerät ausschalten und abkühlen lassen, damit Sie den Druck im kalten Zustand ablesen.
- Füllvorrichtung finden: Viele Thermen haben unten einen Füllhahn oder Drehknopf. Sonst wird über den KFE-Hahn (Kesselfüll- und Entleerhahn) mit Schlauch gefüllt.
- Schlauch vorher mit Wasser füllen, damit keine Luft ins System gelangt. Heizungswasser darf nie zurück ins Trinkwasser fließen; dafür sind feste Füllarmaturen mit Systemtrenner vorgeschrieben (DIN EN 1717). Fehlt so etwas, lieber den Fachbetrieb oder die Hausverwaltung fragen.
- Langsam füllen und das Manometer beobachten, bis der Sollwert erreicht ist, meist ca. 1,5 bar. Nicht über den grünen Bereich hinaus.
- Hähne schließen, Schlauch abnehmen (Tuch und Eimer bereithalten).
- Heizkörper erneut entlüften, danach Druck noch einmal prüfen und ggf. etwas nachfüllen.
- Gerät einschalten, ggf. einmal den Entstörknopf drücken. Bleibt der Fehler bestehen: nicht ständig resetten, Fachbetrieb rufen.
Heizung verliert ständig Druck – mögliche Ursachen
- Ausdehnungsgefäß defekt oder ohne Vorspannung: Der Druck steigt beim Heizen stark an, das Sicherheitsventil spuckt Wasser ab, im kalten Zustand ist der Druck dann zu niedrig. Häufigste Ursache bei „Druckverlust ohne sichtbares Leck“.
- Sicherheitsventil tropft – oft in einen Abfluss geführt, deshalb unbemerkt.
- Undichte Stelle an Ventil, Verschraubung, Heizkörper oder Leitung; kleine Lecks verdunsten unbemerkt. Feuchte Flecken, Kalkspuren oder Rost sind Hinweise.
- Automatischer Entlüfter an der Therme hängt und lässt Wasser mit heraus.
- Defekter Wärmetauscher (selten): Der Druck kann dann auch unerklärlich steigen.
Faustregel: Ein Druckverlust von etwa 0,1 bar über mehrere Wochen ist unkritisch. Verliert die Anlage 0,1 bar pro Tag oder müssen Sie jede Woche nachfüllen, lassen Sie sie prüfen. Ständiges Nachfüllen mit frischem Leitungswasser bringt Sauerstoff und Kalk ins System und schadet Therme und Heizkörpern auf Dauer.
Mieter oder Vermieter – wer füllt nach, wer zahlt?
- Gasetagenheizung in der Wohnung: Gesetzlich nicht ausdrücklich geregelt. Viele Berliner Hausverwaltungen erwarten, dass Mieter gelegentlich selbst entlüften und nachfüllen, und stellen dafür Anleitungen bereit. Wer unsicher ist oder keine Füllvorrichtung findet, meldet es der Verwaltung.
- Zentralheizung im Keller: Nicht selbst eingreifen – Hausverwaltung bzw. Hausmeister informieren.
- Ständiger Druckverlust ist ein Mangel an der Heizanlage. Die Reparatur (Ausdehnungsgefäß, Ventil, Leck) zahlt grundsätzlich der Vermieter. Mehr dazu: Heizung kaputt in der Mietwohnung.
Was kostet es, wenn der Fachbetrieb kommt?
| Arbeit | Orientierung Berlin* |
|---|---|
| Nachfüllen und Entlüften (Anfahrt + ca. 0,5–1 Std.) | ca. 90–200 € |
| Ausdehnungsgefäß prüfen / Vordruck einstellen | meist im Rahmen der Wartung, sonst ca. 60–150 € |
| Ausdehnungsgefäß tauschen | ca. 200–500 € inkl. Material |
| Sicherheitsventil tauschen | ca. 100–250 € inkl. Material |
*Grobe Orientierungswerte aus öffentlich genannten Stundensätzen (ca. 60–100 €/Std. plus Anfahrt) und Preisportalen, Stand Oktober 2026, tagsüber an Werktagen. Im Notdienst kommen Zuschläge hinzu, siehe Heizungsnotdienst Berlin – Kosten.
Wann sofort Hilfe holen?
- Wasser tritt sichtbar aus der Therme oder einer Leitung aus.
- Der Druck fällt direkt nach dem Nachfüllen wieder deutlich ab.
- Das Sicherheitsventil bläst ab oder der Druck steigt über 2,5–3 bar.
- Die Therme geht trotz korrektem Druck wiederholt auf Störung.
Weiterlesen: Heizkörper wird nicht warm · Gastherme Störung · Heizung kaputt · Heizungswartung
📞 030 83796734 – Heizungs-Fachbetrieb vermitteln lassenHäufige Fragen
Wie viel bar sollte eine Heizung haben?
Bei Gasetagenheizungen meist ca. 1,0–1,5 bar, im Einfamilienhaus ca. 1,5–2,0 bar im kalten Zustand. Faustformel: Höhe bis zum höchsten Heizkörper in Metern × 0,1 plus 0,5 bar. Maßgeblich ist die Markierung am Manometer.
Was passiert, wenn der Heizungsdruck zu niedrig ist?
Heizkörper werden nicht oder nur teilweise warm, es gluckert, und viele Thermen schalten mit einer Wassermangel-Störung ab, um Schäden zu vermeiden.
Wie oft muss man Heizungswasser nachfüllen?
Ein- bis zweimal pro Heizperiode, etwa nach dem Entlüften, ist normal. Müssen Sie wöchentlich nachfüllen oder verliert die Anlage ca. 0,1 bar pro Tag, liegt meist ein Defekt vor, oft am Ausdehnungsgefäß oder Sicherheitsventil.
Heizung verliert Druck, aber kein Leck sichtbar – warum?
Häufig ist das Ausdehnungsgefäß defekt: Beim Heizen steigt der Druck zu stark, das Sicherheitsventil lässt Wasser in den Abfluss ab. Auch tropfende Sicherheitsventile, automatische Entlüfter oder kleine verdunstende Lecks kommen in Frage.
Darf ich als Mieter selbst Wasser nachfüllen?
Bei einer Gasetagenheizung in der Wohnung erwarten viele Verwaltungen das sogar, oft gibt es eine Anleitung. Im Zweifel und bei Zentralheizungen im Keller die Hausverwaltung informieren. Reparaturen bei ständigem Druckverlust zahlt der Vermieter.
Kann der Heizungsdruck zu hoch sein?
Ja. Über ca. 2,5 bar im warmen Zustand ist zu viel; bei 3 bar öffnet das Sicherheitsventil. Etwas Wasser über den KFE-Hahn ablassen oder, bei wiederholtem Anstieg, das Ausdehnungsgefäß prüfen lassen.